Die BürgerSolarBeratung – ein Instrument für die bürgerschaftliche Energiewende

Die BürgerSolarBeratung – ein Instrument für die bürgerschaftliche Energiewende

Die BürgerSolarBeratung – ein Instrument für die bürgerschaftliche Energiewende

Angenommen du entschließt dich, auf dein Dach eine PV-Anlage bauen zu lassen. Vielleicht ist es dir ein Anliegen, zur klimafreundlichen Energiegewinnung beizutragen und du hast außerdem verstanden, dass der Strom von deinem Dach günstiger wird, je mehr Strom deine Anlage produzieren wird – ganz im Gegensatz zum Netzstrom, dessen Preisentwicklung seit Jahrzehnten nur eine Richtung kennt: nach oben.

Mit diesem guten Vorsatz willst du dich informieren, wie die Anlage beschaffen sein soll, die zu deinem Gebäude passt. Du hast außerdem Fragen, z.B.

  • Sollte ich mir auch einen Energiespeicher anschaffen?
  • Welche Förderung bekomme ich vom Staat?
  • Kann ich eigentlich auch meine Heizung durch erneuerbare Energie ersetzen?
  • Was passiert nach 20 Jahren, wenn meine Anlage aus der EEG-Umlage fällt?
  • Warum bestehen manche Anlagen nur aus wenigen Solar-Panels und bei anderen ist das ganze Dach mit PV belegt?

 

Aber wen kannst du fragen? Im Internet findest du zum Suchbegriff „PV-Anlage kaufen“ direkt 22.600.000 Treffer (Stand Google, 26.9.2021). Beratung findest du bei Firmen, aber beraten diese dich in deinem oder in ihrem Interesse? Die Verbraucherzentralen bieten eine neutrale Beratung an. Dort kannst du Informationen erhalten und Kurse buchen. Was ist aber, wenn du eine Beratung von A-Z wünschst, die dich über den gesamten Prozess begleitet – von der Planung bis zur Inbetriebnahme deiner PV-Anlage?

Vor dieser Frage stehen nun immer mehr Dachbesitzer*innen. Denn für die Begrenzung der Erderwärmung auf maximal 1,5° C, wie sie im Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 vereinbart wurde, müssen wir (nicht nur) in Deutschland die Energiewende massiv beschleunigen: Mit exponentiellem Wachstum können wir das Ziel erreichen, Deutschland im Jahr 2030 zu 100% mit erneuerbarer Energie zu versorgen.

Photovoltaik auf Dächern ist für dieses Ziel der wesentliche Schlüssel, denn die Anlagen produzieren den Strom dort, wo er gebraucht wird und entlasten damit auch die Netze. Außerdem nutzen sie bereits vorhandene Flächen und vermeiden damit eine weitere Versiegelung von Böden.

Das bedeutet also, dass bis 2030 eine exponentiell wachsende Zahl an Photovoltaik-Anlagen gebaut werden muss. Daraus ergibt sich ein ebenfalls stark ansteigender Bedarf für Beratung. Auch wenn der Beratungsbedarf von Dachbesitzer*innen sicher unterschiedlich hoch ist, werden sich viele eine Beratung wüschen, die sie im gesamten Planungs- und Anschaffungsprozess begleitet.

 

Hier kommt nun die BürgerSolarBeratung (BSB) ins Spiel:

In der BürgerSolarBeratung treffen ehrenamtlich engagierte Menschen mit Zeit und Knowhow zu Photovoltaik-Anlagen auf Menschen, die eine Anlage auf ihr Dach bauen lassen möchten.

Merkmale der BSB sind:

  • Beratung von der Planung bis zur Fertigstellung der Anlage
  • qualifiziert – die Berater*innen haben Erfahrung und sind geschult
  • unabhängig und neutral – es gibt keine Verbindung zu Firmen
  • kostenlos

 

Die Beratung erfolgt bürgerschaftlich. Es werden keine Verträge abgeschlossen und du musst keine komplizierten rechtlichen Texte lesen. Nach der Kontaktaufnahme erfolgt eine Erfassung deiner Daten, also allen Informationen, die nötig sind, um dir ein passendes Konzept vorschlagen zu können. Auf dieser Basis kannst du bei Firmen deiner Wahl Angebote einholen. Die BürgerSolarBerater*innen werden die Angebote mit dir zusammen prüfen und bewerten. Am Ende entscheidest jedoch du, welche Firma du mit dem Bau deiner PV-Anlage beauftragst.

 

 

Ausweitung der BürgerSolarBeratung

Wenn du die Erfahrung aus der BürgerSolarBeratung weitergeben möchtest oder aber bereits Erfahrungen mit PV hast, kannst du dich zum bzw. zur BürgerSolarBerater*in ausbilden lassen. Diese Schulung erfolgt innerhalb der örtlichen BSB-Gruppen, so dass diese wachsen und damit immer mehr Beratungen anbieten können. Wenn es in deiner Gegend noch keine BSB gibt, kannst du auch Gründer*in einer neuen Gruppe werden. Nimm hierzu einfach Kontakt mit Wattbewerb (info@wattbewerb.de) oder MetropolSolar e.V. (info@metropolsolar.de) auf.

 

Wattbewerb verfolgt das Ziel, die Energiewende in Deutschland durch den Wettbewerb zwischen Städten und bald auch Gemeinden zu beschleunigen. In diesem Zusammenhang sucht Wattbewerb Ideen und Konzepte, die es örtlich bereits gibt und die zur Beschleunigung der Energiewende beitragen, wenn sie deutschlandweit zum Einsatz kommen. Die BürgerSolarBeratung ist genau eine solche Idee. Daher kooperiert Wattbewerb mit dem Verein MetropolSolar e.V. aus Mannheim, der die BürgerSolarBeratung im Kreis Bergstraße (Hessen) mit vielen engagierten Menschen aufgebaut hat.

 

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